Bildungsarbeit

Die Bildungsarbeit gegen Antisemitismus ist ein Kernanliegen unserer Servicestelle. Wir bieten Workshops und Fortbildungen für Schulen, soziale Einrichtungen, Unternehmen und Behörden, Lehrkräfte und Multiplikator*innen an. Hierzu bieten wir sechs verschiedene Module an, die Sie auch einzeln buchen können. Wenn Sie Interesse an allen sechs Modulen haben, bieten wir einen Intensivlehrgang an, dessen Abschluss von uns bescheinigt wird. Auch Vorträge und Expert*innengespräche sind möglich.

Dauer der Präsenzveranstaltungen: jeweils von 10 bis 15.30 Uhr inklusive einstündiger Pause (von 12:30 bis 13.30 Uhr), Online-Fortbildungen werden kürzer veranschlagt. Für die Durchführung einer Online-Fortbildung sind funktionierende Kameras und Mikrofone Voraussetzung.

Bei unserer Arbeit orientieren wir uns an der Perspektive der Betroffenen. Wir legen Wert auf die Förderung einer Kultur des Hinsehens und der Annahme von Problemen.

Bitte sprechen Sie uns an, um individuelle Lösungen zu finden!

  1. Gegenwärtige Formen des Antisemitismus
    Antisemitismus, was ist das eigentlich? Antisemitismus ist ein facettenreiches und wandelbares Phänomen, das in allen Bereichen unserer Gesellschaft Anknüpfungspunkte findet. In diesem Modul wird Antisemitismus in seinen gegenwärtigen Erscheinungsformen und Wirkungsmechanismen beleuchtet. Antisemitismus erkennen zu können ist die Grundlage für alle weiteren Schritte gegen Antisemitismus, ob auf Seiten der präventiven Bildungsarbeit oder auf Seiten der Intervention.

  2. Intervention bei Antisemitismus in der Schule
    Was tun bei Antisemitismus im schulischen Kontext? Antisemitische Einstellungen und Gewalt gegen Jüdinnen und Juden stellen ein gravierendes gesamtgesellschaftliches Problem dar, das auch nicht vor Schulen Halt macht. In dem Workshop werden Methoden und Materialien für die Antisemitismusprävention im schulischen Kontext vorgestellt. In einem Exkurs zum Schulrecht werden die rechtlichen Rahmenbedingungen thematisiert, die IHRA-Arbeitsdefinition Antisemitismus wird vorgestellt, außerdem geht es um jüdische Perspektiven auf Antisemitismus an Schulen, Handlungsempfehlungen bei antisemitischen Vorfällen im Bildungskontext und die Anwendung derselben anhand von Praxisbeispielen.

  3. Antisemitismuskritische Bildungsarbeit
    Bildung gegen Antisemitismus? Bildungsarbeit ist die meistgeforderte Lösung gegen Antisemitismus, oftmals jedoch auch Teil des Problems. Mit dem virtuellen Methodenkoffer MALMAD setzt SABRA den notwendigen Akzent in der Bildungslandschaft. MALMAD stellt gesammelte und eigens entwickelte Methoden sowie komplette Module zusammen inklusive aller erforderlichen Materialien und Informationen, sowie Hintergrundinformationen, Glossare, landesweite Exkursionsziele und mehr für Ihre antisemitismuskritische Bildungsarbeit zur Verfügung. In diesem Modul machen wir Sie mit dem Angebot vertraut.

  4. Verschwörungserzählungen und Antisemitismus
    Warum die Juden? Warum die Radfahrer? Alte und neue Verschwörungserzählungen sind nicht erst seit der Covid-19-Pandemie weit verbreitet. Verschwörungsglaube ist eines der prägnanten Merkmale einer antisemitischen Weltanschauung. Die meisten Verschwörungserzählungen haben einen antisemitischen Kern, der sich mal offen, mal codiert äußert. Dieses Fortbildungsmodul macht greifbar, warum Menschen an Verschwörungen glauben und stellt vor, wie diese Themen in Bildungskontexten methodisch, auch niedrigschwellig, aufgegriffen werden können und wie Fallstricke im Umgang mit Verschwörungsglaube im Grenzbereich zur Gesellschaftskritik vermieden werden können.

  5. Jüdisches Leben in Deutschland
    Jüdisches Leben – vielfältig, sichtbar, nahbar? Obwohl im vergangenen Jahr 1700 Jahre Jüdisches Leben in Deutschland gefeiert wurden, ist das Bild des Judentums und der Juden in Deutschland, auch in Schulbüchern und Bildungsmaterialien, oft einseitig und von Stereotypen geprägt. Um dem entgegenzuwirken, hat SABRA im Rahmen des Festjahres #2021JLID acht Kurzfilme mit pädagogischem Begleitmaterial ausgearbeitet. Sie zeigen Begegnungen von jeweils zwei jüdischen Menschen, die zu unterschiedlichen thematischen Schwerpunkten über ihre Auffassung des Judentums und ihr Leben in Deutschland miteinander in Dialog treten. In diesem Modul werden auch die Chancen und Grenzen von Begegnungsprojekten diskutiert und erörtert.

  6. Schuldabwehr und Hass auf Juden
    „Die Deutschen werden den Juden Auschwitz nie verzeihen.“ Der Antisemitismus ist in Deutschland nach 1945 nicht verschwunden, sondern hat sich gewandelt. Die oft auch schmerzhafte Auseinandersetzung mit den eigenen Verstrickungen in der Familie wurde und wird bis heute zumeist abgewehrt und stattdessen ein Bedürfnis nach einem Schlussstrich geäußert. Dabei werden Jüdinnen und Juden oft allein durch ihre Anwesenheit als unangenehme Erinnerung an den Nationalsozialismus wahrgenommen. Die aus der Shoah resultierende Verantwortung wird als eine aufgezwungene „Kollektivschuld“ imaginiert und abgelehnt. Was hinter diesem Mechanismus der „Schuldabwehr“ steht und wie Pädagog*innen dieser spezifischen Form des Antisemitismus begegnen können, erfahren Sie in diesem Modul.

 

Mit dem "Gender Gap" in Form eines * möchten wir auf alle Menschen jenseits der Zweigeschlechtlichkeit hinweisen und denen gerecht werden, die sich nicht in die Geschlechterkategorien weiblich und männlich einordnen können oder wollen.