Fachtag zu Beratung und Empowerment im Kontext Antisemitismus
Wie können wir Berater*innen in ihrer Haltung gegen Antisemitismus stärken, für jüdische Lebensrealitäten sensibilisieren und Betroffene empowern? Welche Möglichkeiten haben Berater*innen, sich zum Thema Antisemitismus & jüdisches Leben fortzubilden und Unterstützung zu erfahren?
Diese und weitere Fragen beantwortete der Fachtag „Zwischen Haltung und Handlung“ von SABRA und ADIRA, der am 28. April in der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf stattfand. Hier kamen Praktiker*innen aus den verschiedensten Bereichen der Beratung zusammen, um sich zu vernetzen und sich weiterzubilden. Verschiedene Workshops boten die Möglichkeit, das eigene Wissen zu erweitern und in den Austausch zu kommen.
Vor über 80 Personen hielten Julia Blüm, Vorständin der JGD und Ministerin Verena Schäffer die einführenden Grußworte. Julia Blüm begrüßte die Gäste im Namen der Gemeinde. Ministerin Schäffer betonte die Wichtigkeit eines solchen Fachtags, den sie als „Novum“ bezeichnete.


Katherina Sevchenka von der Opferberatung Rheinland sprach in ihrer eindrucksvollen Keynote „Beratung für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt –Herausforderungen und Handlungsweisen“ über ihren Arbeitsalltag als Beraterin. Mithilfe eines Fallbeispiels nahm sie die Zuhörer*innen mit in die Betroffenenarbeit und zeigte Wege auf, wie man Menschen konkret unterstützen kann.
Clemens Hötzel von SABRA stellte den Anwesenden die neue Broschüre „Beratung ohne Antisemitismus“ vor, die ADIRA und SABRA in den letzten Monaten gemeinsam entwickelt hatten. Die Broschüre soll Berater*innen nicht nur darüber informieren, wie Antisemitismus funktioniert, sondern ebenso eine Hilfestellung sein. Ziel ist es, antisemitismuskritische Sensibilität als grundlegende Kompetenz in der Beratungsarbeit als Teil Sozialer Arbeit zu stärken.


Der Nachmittag war geprägt von intensiver Workshoparbeit. Die Teilnehmenden konnten hier zwischen drei spannenden Themenfeldern wählen:
Im Workshop „Antisemitismus im Kontext Antidiskriminierungsarbeit“ stellten Micha Neumann und Kosima Krejzer die Herausforderungen der Beratungsarbeit vor. Gleichzeitig brachten sie konkrete Fallbeispiele mit, anhand derer die Teilnehmenden selbst aktiv werden konnten.
Um jüdisches Selbstverständnis und Netzwerke drehte sich der Workshop „Empowerment und Communityarbeit“ von Jewish Intersectional e.V.. Ina Holev und Miriam Yosef ließen die Teilnehmer*innen über den Empowerment -Begriff reflektieren und stellten verschiedene Projekte vor.
Maria Jäger und Sofia Sboui vom Projekt BEQUAS (ADIRA) leiteten den Workshops „Haltung zeigen“ Hier drehte sich alles darum, wie sich Organisationen antisemitismuskritisch aufstellen können. Hierzu entwickelten die Workshopteilnehmenden eine antisemitismuskritische Struktur, um diese im Anschluss auf von ADIRA mitgebrachte Beispiele anwenden zu können.



Im von Sebastian Salzmann moderierten Abschlussplenum erörterten wir gemeinsam mit den Expert*innen Jannis Stenzel (Demokratiezentrum NRW), Maria Lessik (Beraterin bei ADIRA) und Isabell Teller (Juristin) die Rahmen- und Erfolgsbedingungen für antisemitismussensible Beratung. Wir bedanken uns bei allen Beteiligten, die uns im Vorfeld und bei der Durchführung tatkräftig bei diesem Fachtag unterstützt haben und freuen uns, dass der Tag mit Teilnehmer*innen aus ganz Deutschland ein großer Erfolg war!






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