Am 25. Februar haben wir unser Projekt AMUDIM gelauncht: eine digitale Lernplattform für antisemitismuskritische Bildungsarbeit. Der Name AMUDIM stammt aus dem Hebräischen und bedeutet ‚Grundpfeiler‘ – und genau das soll die Plattform sein: eine fachlich fundierte Grundlage für den Umgang mit Antisemitismus im schulischen Kontext.
Abrufbar ist das Angebot unter amudim.de und hier:
Antisemitismus ist längst kein Randphänomen mehr. Er begegnet uns zunehmend im schulischen Alltag – in Äußerungen von Schülerinnen und Schülern, in Konflikten, in Unterrichtssituationen. Gleichzeitig stehen viele Lehrkräfte vor der Herausforderung, solche Vorfälle überhaupt zu erkennen, sie richtig einzuordnen und angemessen darauf zu reagieren. Genau an dieser Stelle setzt unser Projekt AMUDIM an. Die Plattform richtet sich in erster Linie an Lehrkräfte in NRW, ist aber bewusst so konzipiert, dass sie auch bundesweit genutzt werden kann.
AMUDIM ist modular aufgebaut. Innerhalb der Module gibt es verschiedene interaktive Formate wie Quizze oder Zuordnungsaufgaben.
Besonders wichtig ist die Praxisnähe: Am Ende jedes Moduls finden Lehrkräfte weiterführende Fachliteratur, konkrete Handlungsempfehlungen sowie erprobte Methoden, die direkt im Unterricht oder im Schulalltag eingesetzt werden können. Aktuell stehen auf www.amudim.de drei Module zur Verfügung – zu israelbezogenem, islamischem und völkisch-rechtsextremem Antisemitismus, jeweils mit einem Grundlagen- und zwei Vertiefungsmodulen.



Es gibt bereits gute Bildungsangebote zum Thema Antisemitismus. AMUDIM geht jedoch einen entscheidenden Schritt weiter. Die Plattform orientiert sich konsequent an aktueller Antisemitismusforschung und verbindet historische Perspektiven mit heutigen Erscheinungsformen. Ein besonderer Fokus liegt auch auf Phänomenen, die im Schulalltag oft als ‚klein‘ oder randständig wahrgenommen werden, aber große Wirkung entfalten können.
Durch den modularen Aufbau ist AMUDIM außerdem grundsätzlich in der Lage, schnell auf neue gesellschaftliche oder politische Entwicklungen zu reagieren – sofern die entsprechenden Ressourcen zur Verfügung stehen.
Ein besonders großer zusätzlicher Bedarf zeigt sich beim Thema Israel und dem israelisch-palästinensischen Konflikt. Studien – unter anderem von Julia Bernstein – machen deutlich, dass sowohl Lehrkräfte als auch Schülerinnen und Schülern hier häufig über unzureichendes Wissen verfügen. Das erschwert die Einordnung antisemitischer Vorfälle mit Israelbezug erheblich.
Gerade wegen dieser Komplexität eignet sich das AMUDIM-Format besonders gut: Wissen wird in überschaubaren, reflektierten Einheiten vermittelt und konsequent mit antisemitismuskritischer Analyse verknüpft.
Gefördert wurde AMUDIM vom Ministerium für Schule und Bildung.
Erste Pressestimmen:
Das könnte Sie auch interessieren
Antisemitismus in Nordrhein-Westfalen. Neue digitale Publikation
Die Bildungs- und Präventionsarbeit gegen Antisemitismus steht seit dem terroristischen Angriff der Hamas und weiterer Gruppen auf Israel am 7. Oktober 2023 vor neuen, wachsenden Herausforderungen. Im Auftrag des Demokratiezentrums…
Beitrag lesenUnser Bildungsurlaub geht in die nächste Runde
KOMPETENT UND KONSEQUENT GEGENANTISEMITISMUS Antisemitismus hat viele Gesichter: Verschwörungserzählungen, Relativierung der Shoah, Schulhofbeleidigungen oder Verherrlichung von Gewalt gegen den Staat Israel. Als Pädagog*innen wollen wir junge Menschen darin unterstützen, den…
Beitrag lesen