Mit „Erase the Hate Beyond the Blackboard“ wurde im Herbst ein neues griechisch-deutsches Kooperationsprojekt erfolgreich umgesetzt. Die Initiative entstand in Zusammenarbeit zwischen dem Interorthodoxen Zentrum der Kirche Griechenlands und SABRA, finanziert durch das European Practitioners Network Against Antisemitism (EPNA) – ein europäisches Netzwerk, das den Austausch zwischen jüdischen und nichtjüdischen Organisationen fördert, die sich gegen Antisemitismus und für eine offene Gesellschaft engagieren. Seit Sommer 2025 ist SABRA offizielles Mitglied dieses Netzwerks.
Teil 1: Besuch des Interorthodoxen Zentrums in Düsseldorf
Den Auftakt bildete ein zweieinhalbtägiger Studienbesuch des Interorthodoxen Zentrums in Düsseldorf. Im Mittelpunkt standen Einblicke in Ansätze der Antisemitismusprävention, Begegnungen mit Organisationen der Zivilgesellschaft und Einführungen in Geschichte und Gegenwart jüdischen Lebens in Nordrhein-Westfalen. Dabei wurden Grundlagen gelegt für eine vertiefte Zusammenarbeit im Bereich pädagogischer Fortbildung und schulischer Präventionsarbeit.



Teil 2: Gegenbesuch und Fachtagung in Athen
Der zweite Teil des Projekts fand zwei Wochen später in Athen statt. Kernstück war eine eintägige Fachtagung im Holy Monastery of the Dormition of Virgin Mary in Penteli, an der rund 25 Lehrkräfte sowie Vertreter der griechisch-orthodoxen Kirche teilnahmen.
Die Tagung widmete sich drei zentralen Schwerpunkten:
- Antisemitismuskritische Schulentwicklung
- Erinnerungskultur und Holocaust Education im Unterricht
- Pädagogische Handlungsmöglichkeiten im Umgang mit Antisemitismus im Klassenzimmer
Im Seminar wurden unsere Best-Practice-Modelle vorgestellt und mit den Erfahrungen der griechischen Teilnehmer*innen diskutiert. Deutlich wurde dabei, wie ähnlich die Herausforderungen in beiden Bildungssystemen sind und wie viel Potenzial im gegenseitigen Lernen liegt.



Lerntour durch Athen
Ergänzt wurde das Programm durch eine umfassende Lerntour zu Orten jüdischer Geschichte und Gegenwart in Athen: das Jüdische Museum, die Synagogen der Stadt, die Holocaust-Gedenkstätte sowie die Jüdische Gemeinde Athen. Diese Besuche ermöglichten den Teilnehmenden eine vertiefte Auseinandersetzung mit der jüdisch-griechischen Geschichte und der heutigen Gemeinderealität.



Ausblick: Gemeinsame Planung für 2026
SABRA und das Interorthodoxe Zentrum haben bereits begonnen, weitere Schritte für 2026 zu planen. Im Fokus stehen:
- der langfristige Aufbau antisemitismuskritischer Schulentwicklung,
- die Stärkung der Kompetenzen von Lehrkräften, um auf Antisemitismus im schulischen Alltag angemessen reagieren zu können,
- sowie die Integration jüdischer Gegenwartskultur in den Unterricht.
„Erase the Hate Beyond the Blackboard“ zeigt, wie transnationale Kooperation dazu beiträgt, pädagogische Exzellenz im Bereich Antisemitismusprävention zu stärken und wie wertvoll der Austausch zwischen Schulen, Religionsgemeinschaften und zivilgesellschaftlichen Akteuren über Ländergrenzen hinweg ist.
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