Neue Fortbildungsreihe:


Kompetent und konsequent gegen

Antisemitismus.

Intensivlehrgang für Pädagog*innen zum Umgang mit Antisemitismus


Ob in Verschwörungserzählungen im Rahmen der Covid-19-Pandemie, antisemitischer Diffamierung
und Holocaustrelativierung in Bezug auf Israel oder der Beleidigung „Du Jude“ auf dem Schulhof –
Antisemitismus ist ein facettenreiches und wandelbares Phänomen, das in allen Bereichen unserer
Gesellschaft Anknüpfungspunkte findet. Weil er häufig in Codes und unterschwellig Ausdruck findet,
ist Antisemitismus als solcher oft nicht gleich zu erkennen und zu unterbinden. Für Pädagog*innen ist
es nicht immer leicht, mit dieser Herausforderung umzugehen.
Im Jahr 2022 wird SABRA (Servicestelle für Antidiskriminierungsarbeit, Beratung bei Rassismus und
Antisemitismus) erstmalig eine Fortbildungsreihe für in der Bildungsarbeit Tätige anbieten. Insgesamt
sechs Module behandeln Themen wie jüdisches Leben in Deutschland, antisemitismuskritische
Bildungsarbeit, schulrechtliche Interventionen, Schuldabwehr-Antisemitismus und
Verschwörungserzählungen, um Pädagog*innen umfassend zu schulen und im Umgang mit
Antisemitismus und Jüdinnen und Juden zu unterstützen. Die Teilnahme an allen Modulen wird
empfohlen, ist aber keine Voraussetzung. Die Fortbildung ist kostenlos und die Teilnahme wird
bescheinigt.


Dauer der Präsenzveranstaltung: jeweils von 10 bis 15.30 Uhr inklusive einstündiger Pause (von 12:30
bis 13.30 Uhr) in den Räumlichkeiten der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf, Online-Fortbildungen
werden kürzer veranschlagt. Bitte beachten Sie die Anmeldefrist von einer Woche vor dem jeweiligen
Termin bei Präsenzveranstaltungen und bringen Sie einen gültigen Lichtbildausweis sowie 10,-€
Unkostenbeitrag für die Verpflegung (inklusive eines koscheren Mittagessens) mit. Für die Teilnahme
an den Online-Fortbildungen sind funktionierende Kameras und Mikrofone Voraussetzung.
Die Platzanzahl bei den einzelnen Modulen ist begrenzt, Teilnehmende der gesamten Reihe haben
Vorrang. Die Anmeldung wird jeweils sechs Wochen vor dem Termin geöffnet und auf der SABRA Website
und unseren Social-Media-Kanälen bekannt gegeben.

 

Die Termine im Überblick:


1. Gegenwärtige Formen des Antisemitismus (15.02.2022)
 

Antisemitismus, was ist das eigentlich? Antisemitismus ist ein facettenreiches und
wandelbares Phänomen, das in allen Bereichen unserer Gesellschaft Anknüpfungspunkte
findet. In diesem Modul wird Antisemitismus in seinen gegenwärtigen Erscheinungsformen
und Wirkungsmechanismen beleuchtet. Antisemitismus erkennen zu können ist die
Grundlage für alle weiteren Schritte gegen Antisemitismus, ob auf Seiten der präventiven
Bildungsarbeit oder auf Seiten der Intervention.
Anmeldung geöffnet bis zum 11.02.2022 unter: https://forms.office.com/r/zuiJkb9Esj
Aufgrund der pandemischen Lage wird der Termin auf Zoom stattfinden.


2. Intervention bei Antisemitismus in der Schule (30.03.2022)
 

Was tun bei Antisemitismus im schulischen Kontext? Antisemitische Einstellungen und
Gewalt gegen Jüdinnen und Juden stellen ein
gravierendes gesamtgesellschaftliches Problem
dar, das auch nicht vor Schulen Halt macht. In
dem Workshop werden Methoden und
Materialien für die Antisemitismusprävention im schulischen Kontext vorgestellt. In einem
Exkurs zum Schulrecht werden die rechtlichen Rahmenbedingungen thematisiert, die IHRAArbeitsdefinition
Antisemitismus wird vorgestellt, außerdem geht es um jüdische
Perspektiven auf Antisemitismus an Schulen, Handlungsempfehlungen bei antisemitischen
Vorfällen im Bildungskontext und die Anwendung derselben anhand von Praxisbeispielen.


3. Antisemitismuskritische Bildungsarbeit (12.05.2022)


Bildung gegen Antisemitismus? Bildungsarbeit ist die meistgeforderte Lösung gegen
Antisemitismus, oftmals jedoch auch Teil des Problems. Mit dem virtuellen Methodenkoffer
MALMAD setzt SABRA den notwendigen Akzent in der Bildungslandschaft. MALMAD stellt
gesammelte und eigens entwickelte Methoden sowie komplette Module zusammen inklusive
aller erforderlichen Materialien und Informationen, sowie Hintergrundinformationen,
Glossare, landesweite Exkursionsziele und mehr für Ihre antisemitismuskritische
Bildungsarbeit zur Verfügung. In diesem Modul machen wir Sie mit dem Angebot vertraut.


4. Verschwörungserzählungen und Antisemitismus (28.06.2022)


Warum die Juden? Warum die Radfahrer? Alte und neue Verschwörungserzählungen sind
nicht erst seit der Covid-19-Pandemie weit verbreitet. Verschwörungsglaube ist eines der
prägnanten Merkmale einer antisemitischen Weltanschauung. Die meisten
Verschwörungserzählungen haben einen antisemitischen Kern, der sich mal offen, mal
codiert äußert. Dieses Fortbildungsmodul macht greifbar, warum Menschen an
Verschwörungen glauben und stellt vor, wie diese Themen in Bildungskontexten methodisch,
auch niedrigschwellig, aufgegriffen werden können und wie Fallstricke im Umgang mit
Verschwörungsglaube im Grenzbereich zur Gesellschaftskritik vermieden werden können.


5. Jüdisches Leben in Deutschland (30.08.2022)


Jüdisches Leben – vielfältig, sichtbar, nahbar? Obwohl im vergangenen Jahr 1700 Jahre
Jüdisches Leben in Deutschland gefeiert wurden, ist das Bild des Judentums und der Juden in
Deutschland, auch in Schulbüchern und Bildungsmaterialien, oft einseitig und von
Stereotypen geprägt. Um dem entgegenzuwirken, hat SABRA im Rahmen des Festjahres
#2021JLID acht Kurzfilme mit pädagogischem Begleitmaterial ausgearbeitet. Sie zeigen
Begegnungen von jeweils zwei jüdischen Menschen, die zu unterschiedlichen thematischen
Schwerpunkten über ihre Auffassung des Judentums und ihr Leben in Deutschland
miteinander in Dialog treten. In diesem Modul werden auch die Chancen und Grenzen von
Begegnungsprojekten diskutiert und erörtert.


6. Schuldabwehr und Hass auf Juden (08.11.2022)


„Die Deutschen werden den Juden Auschwitz nie verzeihen.“ Der Antisemitismus ist in
Deutschland nach 1945 nicht verschwunden, sondern hat sich gewandelt. Die oft auch
schmerzhafte Auseinandersetzung mit den eigenen Verstrickungen in der Familie wurde und
wird bis heute zumeist abgewehrt und stattdessen ein Bedürfnis nach einem Schlussstrich
geäußert. Dabei werden Jüdinnen und Juden oft allein durch ihre Anwesenheit als
unangenehme Erinnerung an den Nationalsozialismus wahrgenommen. Die aus der Shoah
resultierende Verantwortung wird als eine aufgezwungene „Kollektivschuld“ imaginiert und
abgelehnt. Was hinter diesem Mechanismus der „Schuldabwehr“ steht und wie
Pädagog*innen dieser spezifischen Form des Antisemitismus begegnen können, erfahren Sie
in dem letzten Modul unserer Fortbildungsreihe.